Zeichnung in Fragmenten, links ein Akkordeonspieler, rechts eine Frau mit wallendem Haar
manchmal

Die besten Momente

manchmal geht mir die Arbeit gut von der Hand und manchmal nicht

manchmal fällt mir gar nix ein

manchmal bin ich so müde
dass ich denke
dass ich nie wieder eine Idee haben werde

manchmal habe ich tausend Ideen (mindestens!)

manchmal hab ich so viel im Kopf
dass ich denke
ich hab gar keine Zeit
all das auszuprobieren
und dann muss ich mich entscheiden
und das ist auch blöd

manchmal tun mir einfach die Schultern weh
und ich will nicht zeichnen
oder schneiden
oder irgendwas

manchmal erhole ich mich
beim Zeichnen so sehr
dass ich Stunde um Stunde zeichne
das Essen und das Trinken vergesse
und das Auf-die-Toilette-Gehen
und am Ende gar nicht mehr weiß
wo der Tag geblieben ist

manchmal denke ich ich kann gar nichts
irgendwann merken dass alle das ich nichts kann
wieso merkt das keiner
hoffentlich merkt das keiner

manchmal denke ich
ich mache so eine tolle Arbeit
wieso merkt das niemand
wie super es ist
hoffentlich sieht das jemand

manchmal finde ich meine Ideen
unendlich langweilig
kitschig
abgedroschen
längst überholt

manchmal freue ich mich
über jeden Scheiß
der mir einfällt
genieße einfach
wie mein Gehirn alles miteinander verknüpft
als wäre es das Natürlichste der Welt

manchmal denke ich mir
was hast du dir da jetzt wieder vorgenommen
und fange trotzdem mit der Arbeit an
weil ich weiß, wenn ich arbeite
passiert etwas

manchmal denke ich
heute kommt wirklich nichts
dann arbeite ich mich
ganz langsam und sanft warm
irgendwann kommt alles in den Fluss
meine Arbeit explodiert förmlich, nimmt Formen an
die ich mir nie hätte ausdenken können

manchmal bin ich ganz bei mir und dann ist es egal
ob ich das gut finde oder nicht, ob ich Angst habe oder mutig bin oder nicht

das sind immer die besten Momente.