Artist Statement

Wenn wir extreme Erfahrungen machen, erkennen wir oft, wie allein wir tatsächlich sind und ein Stück weit immer sein werden. Wenn wir uns vor allem sprachlich mitteilen, bleibt immer ein Teil unserer inneren Wahrheit ungesagt.

Indem ich mein Leben und meine Erfahrungen darauf abklopfe, ob sie für andere bedeutungsvoll sind, feiere ich das Widersprüchliche, das Exzentrische und das Wunderliche, das in uns allen wohnt. Ich finde die Schönheit in diesen Dingen, übersetze sie in Kunstwerke und vermittle den Menschen: „Du bist nicht allein!“ Andere können sich im Echo meiner Erfahrungen spiegeln und sich buchstäblich wiederfinden. Im besten Fall spenden meine Arbeiten Trost und helfen uns, uns wieder mit uns selbst und anderen zu verbinden.

Papier, der kleinste gemeinsame Nenner meiner Arbeiten, ist wie die menschliche Psyche selbst: zart und empfindlich und gleichzeitig so stark und flexibel, dass man damit Häuser bauen kann. Einmal hinterlassene Spuren bleiben immer sichtbar – es gibt kein Zurück.

Trotzdem birgt jeder Moment die Möglichkeit eines kleinen Wunders. Ich arbeite immer mit dem, was da ist und verbinde dabei Bild und Wort und Zeit und Raum zu einem poetischen Gesamteindruck.

why do we tend to think // Cut-Out, Acryl auf Papier mit Ösen, 70 x 100 cm | 2018