Picasso
Picasso

Heute Abend, als ich an den Animationen für meinen neuen Trickfilm LiEBE arbeitete, habe ich ein Zitat von Picasso in seiner gesamten Tiefe verstanden, das ich schon lange im Kopf hin- und herwälze. Es lautet:

Ich konnte schon früh zeichnen wie Raffael, aber ich habe ein Leben lang dazu gebraucht, wieder zeichnen zu lernen wie ein Kind.

Und ja: vermeintlich streben wir in unserer künstlerischen Ausdrucksweise immer dem Meisterhaften entgegen. Interessanterweise ist Meisterschaft grundsätlich aber für jede*n zu erreichen, wenn wir denn genügend Zeit investieren. Damit laufen wir aber einem Ziel hinterher. Ich habe Picasso so verstanden, dass es stattdessen ums Loslassen, um eine echte Ziellosigkeit geht, ohne dass wir orientierungslos sind.

Ab heute ist mein erklärtes künstlerisches Lebensziel:

Irgendwann wieder nur aus der reinen Vorstellungskraft zu schöpfen, ohne Modelle oder Vorlagen zu brauchen und diese Arbeiten dann auch frei von allen Urteilen einfach stehen lassen zu können. Schon heute messe ich den einzelnen Werken nur in ihrem Entstehungsprozess Bedeutung bei. Sind die Arbeiten gemacht, brauche ich sie nicht mehr. Irgendwann soll nur noch das Tun wichtig sein.

Wenn ich erreiche, dass ich mich so angefüllt habe mit Kunst, dass ich nichts mehr brauche als mich selbst und meine vertrauten Werkzeuge, um Werke zu schaffen, die ich nur während meiner Arbeit daran brauche und es mir egal ist, was andere davon halten – dann ist das wohl echte (künstlerische) Freiheit, dann ist das ein wirklich freies Leben.