Künstlerleben im Oktober
Künstlerleben im Oktober

Ursprünglich inspiriert von der Fotoaktion #12von12 mache ich am 12. eines Monats 12 Fotos während meines Tages. Wenn ich Gespräche über meinen Alltag als Künstlerin führe, höre ich vor allem zwei Dinge: Erstens sagen mir Menschen, „du führst ja ein aufregendes Leben!“ und zweitens, „das wäre ja nichts für mich!“. Mit meinen monatlichen Fotodokumentationen möchte ich diesen Mythos vom spektakulären Künstlerleben etwas geraderücken und zeigen, wie es hinter den schicken Fotos aus dem Atelier aussieht.

Blick aus dem Familienministerium NRWWeil ich an einer Umfrage der Landesregierung NRW zur Arbeits- und Lebenssituation von KünstlerInnen in NRW teilgenommen und mich an anderer Stelle wohl auch schon mal gescheit geäußert habe, wurde ich mit 29 anderen Kulturschaffenden zu einer Dialog-Veranstaltung ins Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport nach Düsseldorf eingeladen. Das Wetter war fantastisch an diesem Tag und die Aussicht aus dem 16. Stock klasse.

Worldcafe-Tisch als ThemensammlungVor der ausgiebigen Diskussion mit Künstlern und Künstlerinnen aus allen Sparten am Nachmittag haben wir zuerst einmal Themen gesammelt und wichtige Schwerpunkte herausgearbeitet. Die Landesregierung hat ein Kulturfördergesetz verabschiedet und möchte dessen Ausgestaltung jetzt mit den Kunst- und Kulturschaffenden im Land abklopfen.

Mittagessen in der MinisteriumskantineMittagessen im Ministerium. War okay. Vermutlich werde ich kein Foodblogger mehr im Leben, aber weil ich nicht sicher war, ob ich 12 Motive finde, die ich zeigen will, habe ich das erstmal mitgenommen.

Kunst im öffentlichen Raum: GehirnwaschanleitungKunst im öffentlichen Raum, in Düsseldorf in der Nähe des Apollo. Noch ganz voll mit Überlegungen und Informationen aus der vorigen Veranstaltung habe ich gerade sowieso darüber nachgedacht, ob dieser Dialog jetzt tatsächlich etwas bringt oder ob das so eine Alibi-Veranstaltung war, so dass wir Kunstschaffenden nachher nicht sagen könnten, wir hätten von nichts gewusst. Bin mir immer noch nicht ganz sicher. Umso mehr passte dieses Gehirn mit angenähter Waschanleitung.

HerbstHerbst. Die Farben an sonnigen Herbsttagen sind das einzige, was ich an dieser Jahreszeit wirklich mag. Ansonsten tue ich immer so, als gingen die Herbstmonate besonders schnell rum.

im CaféIn Düsseldorf wohnen vergleichsweise viele tolle Menschen, mit denen ich gerne zwischendurch bei einem Kaffee über Kunst und die Welt quatsche. An dem Nachmittag habe ich mich mit Christian Heuser verabredet, den ich über Twitter kennengelernt und im Frühjahr schon einmal besucht habe – und der ganz wundervolle Illustrationen macht.

Das KIT in Düsseldorf: heute leider zuGanz praktisch dachte ich, ich könnte, wenn ich schon mal in Düsseldorf bin, ein oder zwei Ausstellungen angucken, aber weil ich noch ziemlich verballert vom 24-Stunden-Comic-Zeichnen war, hatte ich verpeilt, dass montags die ganzen offiziellen Kunsträume in der Regel zu haben. So leider auch das KIT, das sehr, sehr gut sein soll. Mist.

Raststätten-ÄsthetikIch denke ja immer, dass wir uns mit allem auffüllen, was wir am Tag so sehen und wenn es eben das seltsame Galsbaustein-Muster von genormten Raststätten-Toilettenanlagen ist, bitte. Die Farben sind auf jeden Fall irre, und ich mag die geometrische Aufteilung mit den organischen Brechungseffekten. Ich bin grundsätzlich auch für alltägliches zu begeistern.

Heimweg – die Sonne im Rücken.Trotzdem war es schön, die letzten Kilometer des Heimwegs vor sich zu haben. Die Sonne ging im Rückspiegel gerade unter und die Herbstfarben erhöhten die Vorfreude aufs Zuhause und die beiden Männer.

Endlich zuhauseZuhause. Puh. Ich bin vor genau 13 Stunden nach Düsseldorf losgefahren und war dann doch froh, als ich auf den heimischen Hof rollte.

Noch kurz aufräumenZuhause angekommen nur die Tasche ausgeräumt, die Katzen geschmust, den Sohn ins Bett gebracht. Während wir noch kuschelten, hat er zum ersten Mal das Wort „Liebe“ gesagt, und ich hab vor Rührung erst ein Tränchen vergossen und dann noch die Küche aufgeräumt.

wpid-wp-1444901741420.jpgMüde, aber zufrieden in Bett. Das ist mein Ausblick  im Fast-ganz-Dunklen, kurz bevor ich meine Augen zumache. Es war ein langer Tag mit einer Menge Input und weil ich viel Schlaf brauche, bin ich einfach in die Kissen gekippt und eingeschlafen. Zack.