Ende des Regenbogens
Ende des Regenbogens

Am Ende des Regenbogens

 

ich sitze

auf einem ollen blauen

Klappstuhl

und fühle mich plötzlich

ganz einsam und verletzlich

 

die alte Garage ist

für einige Zeit

mein neues Zuhause

alles ist anders

Geräusche

Gerüche

der Ausblick

was als nächstes kommt

 

Hallo Einsamkeit

was machen wir denn nun?

 

als hätten sie mich gehört

verstummen die Gräusche

und die Stille

die keine ist

wird zu einer Wohltat

für die Ohren

 

der Fluss tröstet mich

im Fluss zu sein

ist weniger mühsam

als dagegen zu halten

 

Flow

ist ein wünschenswerter Zustand

 

was ist

der nächste Schritt?

was ist

die einfachste

und gleichzeitig schönste

Lösung?

 

es ist alles da

was ich brauche

hier und jetzt

 

die wichtigsten Dinge

bekomme ich eh

nicht durch Denken

heraus

sie sind

direkte Folgen

meines Handelns und Wirkens

 

gerade noch

ein komplett anderes leben

und dann

auch wieder nicht

 

gibt es Gedanken

die es mehr wert sind

geäußert zu werden

als andere

und wenn ja

was bestimmt den Wert

eines Gedanken?

 

das Vakuum füllt sich

durch mein Tun

wie durch Zauberhand

wie immer

weiß ich

es ist bereits was

 

ich sitze

auf einem ollen blauen

Klappstuhl

und alles ist plötzlich

in Ordnung

wie es ist

 

die alte Garage war

für kurze Zeit

mein Zuhause

alles war anders

Geräusche

Gerüche

der Ausblick

was als nächstes kommt

 

am Ende

am Ende

ist da immer wieder

etwas Neues

 

[ Dieser Text entstand am Ende eines Arbeitsstipendiums, dass ich im Sommer 2017 als Gastkünstlerin des Vereins KultArt e.V. – freie Künstlergruppe „regenbogen“ erhalten habe. Ich habe vier Wochen dort gearbeitet. Das Foto zeigt einen Ausschnitt aus meiner dort erarbeiteten Installation „I’ll show you only fragments“. ]