Bezahlte Arbeit
Bezahlte Arbeit

Bezahlte Arbeit für Kulturschaffende im Allgemeinen und für bildende Künstler im Besonderen ist nicht selbstverständlich. Einige Gedanken dazu treiben mich seit Monaten um:

I.
Eine Gesellschaft, die Kulturgüter kostenlos nutzen will, muss sich überlegen, wie sie dafür Sorge trägt, dass die hauptberuflich Kulturschaffenden wie Bildende Künstler, Musiker, Literaten und andere davon leben können, wenn sie diese Kulturgüter und einen kostenlosen Zugang dazu zur Verfügung stellen.

II.
Wenn unsere Gesellschaft nicht bereit ist, die Wichtigkeit von Kunst und Kultur in unserem Alltag zu würdigen und Kulturförderungen immer weiter kürzt, muss ich mich als Einzelperson fragen, ob und wie ich selbst Künstlerinnen und Künstler unterstützen kann und will.

III.
Durch das Internet ist heute so vieles möglich: neben einer herrschenden Kostenlos-Kultur entwickelt sich immer mehr das Bedürfnis, als einzelne Nutzerinnen und Nutzer Kunst und Kultur durch Crowdfunding oder auf andere Art und Weise zu unterstützen. Gute Beispiele sind auch das freiwillige Bezahl-Modell der taz oder spendenfinanzierte Angebote wie Brain Pickings von Maria Popova.

IV.
Für mich ist Künstlerin sein kein Hobby, sondern es ist mein gelernter Beruf, in dem ich sehr gut ausgebildet bin. Niemand würde von einem Tischlermeister erwarten, dass er nebenher in der Bäckerei arbeitet, um sich seine Firma überhaupt leisten zu können. Von Künstlerinnen und Künstlern dagegen wird es gerne angenommen, dass sie nebenher in anderen Bereichen arbeiten, zum Beispiel in Schulprojekten oder Minijobs. Jeder Brotjob, den ich annehme, kostet mich Zeit und Energie, die ich benötige, um eine wahrhaft herausragende künstlerische Position zu erarbeiten. Diese Vorstellung ist im Falle des Tischlers genau wie in meinem Fall absurd.

V.
Weder ich noch andere müssen sich an eine existierende Gesellschaftsordnung anpassen. Wir sind in der Lage, diese Gesellschaft mitzugestalten: wir können und wir müssen, wenn wir uns nicht weiter diesem Narrativ unterwerfen wollen, dass sich künstlerische Arbeit und ein gefüllter Kühlschrank ausschließen.

Etwas Neues

Ich habe nachgedacht und wie in einer meiner Collagen fügen sich die einzelnen Ideen nun zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen:

Inspiriert durch Crowdfunding, Amanda Palmer und bewährte Künstlerfinanzierungsmodelle wie Stipendien probiere ich jetzt etwas Neues: Ich gebe dir eine Möglichkeit, der Kostenlos-Kultur etwas entgegen zu setzen und mich direkt zu unterstützen, wenn du meine Arbeit wichtig findest und sie dein Leben berührt. Unter dem Menüpunkt Fördern findest du jetzt eine Auswahl von Stipendien, die du direkt an mich vergeben kannst. Ich bedanke mich mit unterschiedlichen Dingen für deine Großzügigkeit und verspreche, dass ich weiterarbeiten werde, auch wenn du meine Arbeit nicht unterstützen kannst und willst.

jetzt fördern

PS: Wenn du selbst KünstlerIn bist, übernimm mein System und probiere aus, ob es für dich funktioniert. Erzähl mir dann von deinen Erfahrungen!